Was aus dem Fall Sakho wurde

Mamadou Sakho gehört zu den wenigen, bekannt gewordenen Doping-Fällen im Profifußball.

Ein Rückblick

Im April 2016 wurde bekannt gegeben, dass eine Dopingprobe von Mamadou Sakho vom 17. März positiv ausfiel. Der Vorwurf: der Einsatz eines unerlaubten Fatburners. Sakho, der heute wie damals beim FC Liverpool unter Vertrag stand, bekam eine vorläufige 30-tägige Sperre durch die UEFA. Sakho selber verzichtete auf die Öffnung der B-Probe. Nach Ablauf der Sperre wurde die Endgültige Entscheidung in diesem Fall verkündet. Während bei Bekanntgabe alle großen Sportmedien und selbst jene, die mit Sport wenig am Hut haben auf den Fall eingingen, versiegte das Thema entsprechend der Nachrichtenwert-Theorie im Sand.

Interessant dabei: Am 16. Juli 2016 gab die UEFA bekannt, das Verfahren eingestellt zu haben. Und die Medien? Da war der Fall Sakho bestenfalls noch eine Randnotiz. Wie praktisch.

Wie aber sieht das rechtlich aus? Die gefundene Substanz, der Fatburner Higenamine, befand sich laut UEFA nicht auf der Verbotsliste. Interessant im Medienkontext: Es wurde zwar generell kaum noch über den Fall Sakho berichtet, aber auch dieses entlastende Indiz wurde kaum noch verbreitet. Sakho ist und bleibt also gebrandmarkt.

Doch unschuldig?

Stimmt das denn nun? Wie sich bei ein wenig Recherche herausstellte, zählt Higenamine sehr wohl zu den verbotenen Substanzen der Klasse S3 (Ephedrine) – nur eben nicht bei der WADA. Die WADA verzichtete trotzdem auf einen Einspruch. Warum bloß? Offiziell hieß es, dass Sakho bereits eine Sperre abgesessen habe.

30 Tage Sperre wegen Dopings? Das ist selbst im internationalen Kontext der Dopingsperren ein schlechter Scherz.

Im Dezember 2016 gab die WADA die Verbotsliste für das Jahr 2017 bekannt. Neu auf der Liste: Higenamine.

Was genau hat es mit dem Stoff also auf sich, dass er nun doch offiziell verboten wird? Fatburner klingt auf den ersten Blick ja nun nicht wirklich vorteilsbringend, eher im Gegenteil, denn austrainiert sind Fußballprofis in der Regel ohnehin bis auf das letzte Gramm im Körper.

Dazu sollte man aber wissen, dass Higenamine die Bronchien weitet, was zu einer einfacheren Atmung führt. Oder ganz platt formuliert: Sakho konnte besser rennen.

Wie auch immer das Urteil nun also zu bewerten ist, spätestens aus dem 2017er Kontext heraus, handelt es sich bei Mamadou Sakho um einen Dopingsünder ersten Grades, der mit einer lächerlichen, 30 tägigen Sperre mehr als gut davon gekommen ist. Es ist schwer zu glauben, dass er der einzige sein soll, der sich mit der Substanz im Kader des FC Liverpool Vorteile verschafft hat. Sicher dürfte nur sein, dass man nun auf die Substanz verzichtet, nicht zuletzt wegen der neuen Entwicklung im Jahr 2017.

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